Das Auge - Optik

Das gesunde Auge ermöglicht uns das scharfe Sehen von Bildern bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen und in unterschiedlichen Entfernungen. Um einen Gegenstand sehen zu können, müssen die in das Auge einfallenden Lichtstrahlen so gebrochen und gebündelt werden, daß auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht. Dies bewirken Hornhaut und Augenlinse.

  • Für die scharfe Abbildung eines nahen Gegenstands wölbt sich die Augenlinse, um die Lichtstrahlen entsprechend stark zu brechen. Bei entfernten Gegenständen verhält es sich umgekehrt, die Augenlinse flacht sich ab. Diese Veränderung der Linsenkrümmung nennt sich Akkommodation. Die Fähigkeit der Linse zur Akkommodation läßt im Alter von 40 bis 50 Jahren nach, dann können nahe Gegenstände nicht mehr scharf gesehen werden: Das ist Alterssichtigkeit, eine Lesebrille wird fällig.

  • Die Iris mit der Pupille als Lichteinlaß hat die Funktion einer Blende. Bei starkem Lichteinfall verengt sie sich, bei Dunkelheit erweitert sie sich. Nebenbei: Sie sorgt auch für die Farbe unserer Augen.

  • Die Netzhaut kleidet den Augapfel innen aus. Sie setzt die empfangenen Lichtsignale in Nervenimpulse um.

  • Der Sehnerv leitet die Nervenimpulse an das weiterverarbeitende Gehirn weiter. Die Funktionen von Netzhaut und Sehnerv bewirken die Wahrnehmung eines Gegenstandes.

Normalsichtig
keine Brille

Wesentlich für Normalsichtigkeit sind zwei Hauptpunkte:

 

Zum einen die Kraft, mit der Hornhaut und Augenlinse das Licht brechen, denn von dieser Brechkraft ist direkt abhängig, in welcher Entfernung sich die einfallenden Lichtstrahlen letztlich kreuzen.
Zum anderen die Entfernung der Netzhaut des Auges von seinen lichtbrechenden Teilen (Hornhaut und Linse). Diese beiden Punkte müssen ausgewogen sein. Mit anderen Worten, Normalsichtigkeit liegt dann vor, wenn sich die Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut treffen. Ergebnis: Ein scharfes Bild entsteht. 


Sie kennen dieses Prinzip von Ihrer Kamera: Die Netzhaut entspricht dabei Ihrem Film, der in einer bestimmten Ebene in der Rückwand der Kamera fixiert ist, Ihr Objektiv entspricht der Linse und der Hornhaut des Auges. Selbstverständlich hat der Hersteller der Kamera dafür gesorgt, daß das Linsensystem so weit vom Film entfernt ist, daß ein scharfes Bild entsteht. Ihre Kamera ist normalsichtig! Scharf stellen müssen Sie dennoch, aber nur dann, wenn Sie Gegenstände einmal in der Nähe, dann wieder in der Ferne aufnehmen wollen. 


Diese Scharfstell-Leistung auf unterschiedliche Entfernungen (Akkommodation) vollbringt Ihr Auge bis zu einem gewissen Alter automatisch. Wenn diese Scharfstell-Leistung nachläßt, werden Sie "alterssichtig".


Am gesunden Auge beträgt die Dicke der Hornhaut circa einen halben Millimeter, ihre Brechkraft beträgt 43 Dioptrien (Maß für die Brechkraft). Die Entfernung der Hornhaut von der Netzhaut liegt im Bereich von 24 Millimeteren.

Kurzsichtig
Brille mit  Zerstreuungsgläser

Manche Augäpfel sind zu lang: Die Entfernung der Netzhaut vom Linsensystem des Auges ist zu groß. Da Hornhaut und Linse (Linsensystem) das Licht ordnungsgemäß brechen, als wenn ein Augapfel normaler Länge vorläge, liegt der Treffpunkt der Lichtstrahlen vor der Netzhaut. Bis das Licht die Netzhaut erreicht, hat es sich bereits wieder zerstreut, es entsteht ein unscharfes Bild!
Die Länge des Augapfels kann leider nicht korrigiert werden. Daher haben die üblichen Maßnahmen zur Behandlung der Kurzsichtigkeit das Ziel, die Brechkraft des Auges durch das Vorschalten von Linsen (Brillengläser, Kontaktlinsen) zu vermindern. Diese werden Zerstreuungslinsen oder "Minusgläser" genannt, die Stärke wird in Dioptrien (dpt) angegeben. Die Zerstreuungslinse bricht in Verbindung mit der Augenlinse und Hornhaut die einfallenden Lichtstrahlen so, daß sie sich nun direkt auf der Netzhaut treffen. Ein scharfes Bild entsteht!
In manchen Fällen kann der Augapfel weiter wachsen, die Kurzsichtigkeit kann sich verstärken, mit der alten Brille "sieht man nicht mehr scharf genug".

Weitsichtig
Brille mit Sammelgläser

Wenn Augäpfel zu lang sein können, dann können sie auch zu kurz sein. Das Ergebnis ist die Weitsichtigkeit, Wiederum brechen Hornhaut und Linse das Licht ordnungsgemäß so, als wenn ein Augapfel normaler Länge vorläge. Da der Augapfel diesmal zu kurz ist, sind die Strahlen, die die Netzhaut treffen noch nicht ausreichend gebündelt bzw. gebrochen. Ein anderer Fall also, aber das gleiche Endergebnis. 
Etwas anders liegen die Verhältnisse bei der Alterssichtigkeit. Keiner hört das gerne, aber medizinisch-theoretisch beginnt der Alterungsprozeß des Menschen bereits mit der Geburt. So gesehen läßt sich die Alterssichtigkeit, die meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auftritt, erfreulich viel Zeit, ehe sie dadurch auf sich aufmerksam macht, daß Schriftstücke immer weiter weg gehalten werden müssen, um scharf erkannt zu werden. 
Was ist passiert? 
Die Linse, die normalerweise für die Scharfstellung des Auges sorgt, ist altersbedingt starrer geworden. Die notwendige Brechung für ein schar fes Bild naher Gegenstände erreicht sie nur noch mit Mühe, später gar nicht mehr. Das Ergebnis kennen Sie aus Ihrem Bekanntenkreis: Man braucht eine Lesebrille. 

Stabsichtig (Astigmatismus)
Brille mit Zylindergläsern

Wenn Augäpfel zu lang sein können, dann können sie auch zu kurz sein. Das Ergebnis ist die Weitsichtigkeit, Wiederum brechen Hornhaut und Linse das Licht ordnungsgemäß so, als wenn ein Augapfel normaler Länge vorläge. Da der Augapfel diesmal zu kurz ist, sind die Strahlen, die die Netzhaut treffen noch nicht ausreichend gebündelt bzw. gebrochen. Ein anderer Fall also, aber das gleiche Endergebnis. 
Etwas anders liegen die Verhältnisse bei der Alterssichtigkeit. Keiner hört das gerne, aber medizinisch-theoretisch beginnt der Alterungsprozeß des Menschen bereits mit der Geburt. So gesehen läßt sich die Alterssichtigkeit, die meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auftritt, erfreulich viel Zeit, ehe sie dadurch auf sich aufmerksam macht, daß Schriftstücke immer weiter weg gehalten werden müssen, um scharf erkannt zu werden. 
Was ist passiert? 
Die Linse, die normalerweise für die Scharfstellung des Auges sorgt, ist altersbedingt starrer geworden. Die notwendige Brechung für ein schar fes Bild naher Gegenstände erreicht sie nur noch mit Mühe, später gar nicht mehr. Das Ergebnis kennen Sie aus Ihrem Bekanntenkreis: Man braucht eine Lesebrille. 

Anisometropie
unterschiedlichen Gläsern

Eigentlich wollten wir solche Worte vermeiden. Leider gibt es aber kein deutsches Wort, das kurz wiedergibt, was gemeint ist. Die auf den vorangegangenen Seiten geschilderten Fehlsichtigkeiten betreffen meist beide Augen. Sie können aber auch nur ein Auge oder beide Augen in unterschiedlichem Maß betreffen. So wäre es nicht ungewöhnlich, daß ein Kurzsichtiger auf einem Auge mit -2, auf dem anderen mit -6 Dioptrien korrigiert werden muß. Hierbei wird die Beidäugigkeit des Sehens erheblich gestört. Klar, schließlich sehen wir (dank der Rechenleistung unseres Gehirnes) normalerweise nur ein (zusammengesetztes) Bild. 
Unangenehmer werden die Differenzen dann, wenn große Unterschiede beider Augen mit Brillengläsern korrigiert werden. Denn Brillen verkleinern bei Kurzsichtigen die Größe des wahrgenommenen Bilds, und dies um so mehr, je stärker sie sind. Das "Minus-6-Auge" sieht also ein kleineres Bild als das "Minus-2-Auge".
Mit dem Kaltlichtlaser kann in solchen Fällen gezielt ein Auge behandelt werden. Dabei ist es das erste Ziel dieser Behandlung, die unangenehmen Wahrnehmungsunterschiede zwischen beiden Augen zu beseitigen.

 

Ein Autrefraktor vermißt das Auge optisch und liefert die Refraktionswerte. Die Messung ist berührungslos und dauert nur wenige Sekunden.

Sehzeichentafeln sind in das Gerät integriert, so dass auch eine Bestimmung der Sehschärfe mit den gefundenen Werte direkt erfolgen kann.

Die Hornhautoberläche kann unabhängig davon ausgemessen werden. Hornhautkrümmungen können quantifiziert werden.

Die hier ermittelten Brechungswerte des Auge liegen nahe an den Brillenwerten, sind jedoch nicht eins zu ein übertragbar.

Die Bestimmung der entgültigen Brillenwerte erfordert unter anderem auch die beidäugigen Feinabgleich im Rahmen der subjektiven Refraktionsbestimmung.

Der Autorefraktor ermittelt die objektive Refraktion.

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